| Hollerhof |
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Hollerhof - eine Geschichte aus der Wegwarte Ein fränkisches Herbarium - aufgesammelt von Fritz Föttinger
Einige Ziegel fehlen. Fensterscheiben zersprangen. Sie erlebt seit vielen Jahren stille Tage, ohne Telefon, ohne Fernseher, auf dem Einödhof, der jedes Frühjahr in einem Meer gelbweißer Holunderblüten versinkt. Brigitte Stenglein kocht keine Holundermarmelade mehr - backt keine Holunderküchlein. Die Caritas schaut täglich vorbei. Am Fensterbrett ein Vase mit unvergänglichen Plastikblumen. Auf der Eckbank liegt eine Schachtel, vollgepackt mit Erinnerungen. Postkarten, Briefe, Fotos. Sie kennt noch viele Pflanzen für den Kräuterbüschel zur Kräuterweihe. "Wo ma glebt hot, soll ma bleim. Mir gfällts do. Ich hob alles, wossi brauch." Brigitte Stengleins rechtes Auge ist erblindet. Aus dem Buch "Wegwarte" - eine von 25 Geschichten. von Fritz Föttinger
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