Maler, Dichter, Autor, Franke
Seine Werke befinden sich in vielen Gebäuden im Innen- oder Außenbereich, Bilder hängen in Behördenräumen und Wohnzimmern gleicherweise.
Fritz Föttinger
* 14.09.1939 ✝ 02.12.2025
Trauer um Fritz Föttinger
Fritz Föttinger ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Er war einer der bekanntesten Künstler von Rang und Namen aus der Region.
Fritz Föttinger war Grafiker, Maler, Keramiker, Skulpteur, Mundartdichter und Schriftsteller zugleich. Bereits vor längerer Zeit musste Fritz Föttinger seine über Jahrzehnte prägende Schaffenskraft beenden: Die angeschlagene Gesundheit machte einen Heimaufenthalt erforderlich.
Seine Ehefrau Inge war in der Folge stark gefordert, mit dem künstlerischen Erbe ihres Mannes umzugehen. Hierzu gehörte auch der Verkauf des ehemaligen Schulhauses mit seinen knapp über 500 Quadratmetern. Wie überhaupt Inge Föttinger, die seit Juni 2024 in Bayreuth wohnt, die große Stütze ihres Mannes seit der Heirat im Jahr 1987 in München war. Zu den Hinterbliebenen gehört eine Tochter aus erster Ehe. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Beisetzung in aller Stille statt.
Zeugnisse der Schaffenskraft
Im ehemaligen Schulhaus konnten sich über Jahrzehnte Besucher von dem Wirken des 1939 in Bayreuth geborenen Künstler überzeugen. In allen Räumen fanden sich die Zeugnisse der Schaffenskraft des ehemaligen Lehrers – der seit 1988 freischaffender Künstler war und viele Auszeichnungen erfuhr. Zu nennen sind hier der 1989 verliehene Kulturpreis des Landkreises sowie der Kulturpreis der Regierung von Oberfranken, den Fritz Föttinger 1999 in Empfang nehmen durfte.
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Seine Bilder stellte der Künstler nahezu in ganz Europa aus. Unzählige Beteiligungen bei Ausstellungen fanden statt und sogar die Bayerische Staatsgemäldesammlung hat Werke angekauft. Die Figuren Föttingers — Gnome, Kindmenschen, Märchenwesen mit unscheinbaren Körpern und großen Köpfen — besitzen eine starke Ausdruckskraft. In der Einleitung des Föttinger-Bildbandes „Land in Sicht“ schreibt Frank Piontek, die Bilder seien in Schaffensphasen entstanden, in denen Föttinger den Blick aufs Meer und auf den Strand, vor allem aber auf seine Menschen gerichtet habe.
Auch die Fränkische Schweiz, wie er sie kannte und liebte, hat Fritz Föttinger in vielfältiger Weise, so auch in Gedichtform, festgehalten. Beweise für all sein Wirken findet sich nicht nur in Malerei- und Grafikarbeiten sondern auch in Büchern, Postern und Postkarten.
Auch die Bretagne hatte es ihm angetan
Aber auch die Bretagne, die nordwestlichste Region Frankreichs, hatte es ihm und seine Frau Inge angetan. In der Bretagne starb sein Vater als Fritz Föttinger vier Jahre alt war. Dieses Ereignis verfolgte ihn ein Leben lang. Wie überhaupt er fließend französisch sprach, was ihm sehr nützlich bei den vielen Ausstellungen in Frankreich war.
Auch die Literatur hatte ihn sehr angetan. Vor allem Klassiker, auch aus dem russischen und polnischen Bereich. Zudem stand die Gartenarbeit bei ihm hoch in Kurs. Ein Anliegen Föttingers war es zudem, Menschen zu helfen. So den Freunden aus Bosnien die in den 1990er-Jahren als Flüchtlinge nach Obernsees kamen.
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Ein wichtiges Ereignis war für Fritz Föttinger die Umsetzung des Skulpturenweges in Obernsees, beginnend 2013 von der Kulturscheune aus. Seine ,,Collagen aus Metall“, wie er die Skulpturen nannte, waren aus alten landwirtschaftlichen Geräten, unter anderen auch aus der alten Scheune, die zur Kulturscheune umgebaut wurde, gefertigt. So wurden eiserne Wagenteile aus der Landwirtschaft zersägt, verschweißt, verzinkt und schließlich bemalt und somit zu neuem Leben erweckt. Einer weiteren Technik, der Arbeit mit Keramik, widmete sich Föttinger bei der Neugestaltung der Rupert-Figur, dem Patron der St. Rupertuskapelle bei Obernsees. Diese ließ er erstmals, im Gegensatz zum ersten Modell aus Ziegelton, aus Steinzeug entstehen. Damit ist die Figur in der unbeheizten Kirche gegen äußere Einwirkungen besser geschützt. Diese wurde während eines Gottesdienstes Ende Juli 2010 von Regionalbischöfin Dorothea Greiner eingeweiht.

Der Maler, Grafiker, Mundartdichter und Keramiker Fritz Föttinger arbeitete seit 1988 freischaffend. Foto: red
2023 schloss das Atelier seine Pforten
Nach den Worten von Inge Föttinger hatte sich ihr Ehemann Fritz während seiner Erkrankung immer mehr in seine eigene Welt zurückgezogen. Bewusst stellte sie im Gespräch fest: „Für das, was mit ihm passiert ist, gibt es keinen medizinischen Begriff, medizinische Gründe sind da irgendwie fehl am Platz. Da Fritz stets ein Träumer war, passte dies zu seiner Person“. Er war völlig in seinen künstlerischen Fantasien aufgegangen.
Erst während der Corona-Pandemie und vor allem nach dem Tod seiner Schwiegermutter, von der viel Unterstützung kam, wurde Fritz Föttinger die Lage bewusst. Die Folge waren Existenzängste. Zum 30. November 2023 schloss das Atelier im Schulhaus von Fritz Föttinger in Obernsees seine Pforten. Viel Wehmut war damit verbunden.
Zuvor fand auf Initiative des Kunstvereins Bayreuth hin noch ein Tag der offenen Tür statt. Zu sammlerfreundlichen Preisen gab es Gemälde, Grafiken, Keramikteller, Skulpturen für den Garten sowie Bücher und Postkarten letztmalig im Atelier zu erwerben.
Info: Werke von Fritz Föttinger sind noch bis zum 22. Februar 2026 im Zuge der Ausstellung „Kunst in Bayreuth – Werke der 1940er bis 1960er Jahre aus den Sammlungen und Stiftungen“ im Kunstmuseum in Bayreuth zu sehen. Mehr..
Dieter Jenß 29.12.2025 - 12:30 Uhr Nordbayerischer Kurier

